Arztpraxis Ulrich Fiedler


allgemeinmedizinische - hausärztliche Versorgung auf dem Lande

Arztpraxis Ulrich Fiedler

medizinische Versorgung auf dem Lande...

Liebe Patientin, lieber Patient,

liebe Besucherin, lieber Besucher dieser Website,

an dieser Stelle erlaube ich mir, auch einmal etwas zu schreiben, das nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit der Praxisarbeit steht. Es darf zum Nachdenken anregen.

   





Gedanken zur Zeit



Was wir tun können ?


Wir dürfen uns nicht wehrlos und sprachlos machen lassen. Wir können sprechen und handeln.

Wir können die Verantwortung auf uns nehmen. Und das heißt: Wir können sprechend und handelnd eingreifen in diese sich zunehmend verrohende Welt.

Dazu braucht es nur Vertrauen in das, was uns Menschen auszeichnet: die Begabung zum Anfangen.

Wir können hinausgehen und etwas unterbrechen. Wir können neu geboren werden, indem wir uns ein-schalten in die Welt. Wir können das, was uns hinterlassen wurde, befragen, ob es gerecht genug war, wir können das, was uns gegeben ist, abklopfen, ob es taugt, ob es inklusiv und frei genug ist - oder nicht.

Wir können immer wieder anfangen, als Individuen, aber auch als Gesellschaft. Wir können die Verkru-stungen wieder aufbrechen, die Strukturen, die uns beengen oder unterdrücken, auflösen, wir können austreten und miteinander suchen nach neuen, anderen Formen.

Wir können neu anfangen und die alten Geschichten weiterspinnen wie einen Faden Fesselrest, der heraushängt, wir können anknüpfen oder aufknüpfen, wir können verschiedene Geschichten zusam-menweben und eine andere Erzählung erzählen, eine, die offener ist, leiser auch, eine, in der jede und jeder relevant ist.

Freiheit ist nichts, das man besitzt, sondern etwas, das man tut.


Carolin Emcke in "Der Andere Advent 2017/18"


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"Die Würde des Menschen ist unantastbar."

Art. 1 Grundgesetz


Wie oft wird die Würde von Menschen auch in unserem Land angegriffen. Mitmenschlichkeit, gegenseitiges Verständnis, Hilfe für Schwächere sollten in unserer so reichen Gesellschaft eigentlich Selbstverständlichkeit sein. Die Wirklichkeit sieht anders aus. Die Auswirkungen dieses rücksichtslosen Tuns in unserem Alltag muss ich fast täglich in meiner ärztlichen Arbeit erfahren. Da kommen Frauen, Männer, auch Jugendliche und Kinder, die unter mangelnder Zuneigung, mangelndem Verständnis, Arbeitsstress, enormem Zeit- und Leistungsdruck Versagens-ängste entwickeln, häufig niedergestimmt sind, keine Perspektive für sich sehen, wie sie diesem Druck standhalten.

Der maßlos überzogene Leistungsanspruch, Gewinnmaximierung und Kostenreduzierung in der Wirtschaft, in öffentlichen Verwaltungen, selbst in karitativen Einrichtungen, Krankenhäusern, Pflegeheimen, Kindergärten läßt nicht wenige Menschen verzweifeln. Viele reagieren mit körperlichen Symptomen und psychischen Störungen.

Der Wert eines Menschen bemisst sich nicht an seinem ökonomischen Nutzen!

Die Börse ist nicht das Maß dieser Gesellschaft.

Das Hamsterrad, in dem sich viele Menschen mit immer schnellerer Geschwindigkeit drehen, ist kein geeigneter Ort, Zufriedenheit und Glück zu finden.

Die Auswirkungen auf eine Gesellschaft, die sich nur noch an der Wirtschaftskraft misst, sind katastrophal.

Die Kosten dafür tragen alle.


Deshalb habe ich mich dem

www.aufruf-zum-leben.de

angeschlossen

und diesen mit unterzeichnet.



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Elmshorner Nachrichten: Sonnabend, 18.8.2018: „Rüstungsindustrie im Land: Zwei Milliarden Umsatz“


Auf der Welt toben z. Zt. mehr als 45 bewaffnete Konflikte, die täglich unschuldige Kinder, Frauen und Männer töten, verletzen, Kinder zu Waisen machen, Hunger und Elend herbeiführen.

Deutschland teilt sich mit den USA, Russland, China u. a. als viertgrößtes Waffenexportland das, ja und das muss gesagt werden: dreckige Geschäft. Der Satz des Vorsitzenden des Arbeitskreises Wehrtechnik, Dieter Hanel:

„ ...die verstärkte Ausrichtung auf die Auslandsmärkte hat sich als richtig erwiesen.“ hinterläßt vor folgenden Tatsachen bei mir nur Ratlosig- und Traurigkeit:

Was ist das für ein Markt ? Ausfuhren in Länder wie Ägypten und Pakistan, um nur zwei zu nennen, sind einfach nur ein Verbrechen. In Ägypten leben mindestens 50 % der Bevölkerung unter der Armutsgrenze, in Pakistan dürfte dieser Anteil noch weit höher liegen. Diese Staaten bringen nicht unerhebliche Mittel auf, um Waffen zu kaufen, die eigene Bevölkerung aber leidet unter Unterentwicklung, Armut und Elend. Und dabei darf man nicht vergessen, daß Rüstungsexporte auch noch durch staatliche Bürgschaften, letztlich durch Steuereinnahmen in Deutschland abgesichert werden. Die europäische, insbesondere die deutsche Geschichte müßte eigentlich Lehre und Mahnung genug sein.

„Jede Kanone, die gebaut wird, jedes Kriegsschiff, das vom Stapel gelassen wird, jede abgefeuerte Rakete bedeutet letztlich einen Diebstahl an denen, die hungern und nichts zu essen bekommen, denen, die frieren und keine Kleidung haben. Eine Welt unter Waffen verpulvert nicht nur Geld allein. Sie verpulvert auch den Schweiß ihrer Arbeiter, den Geist ihrer Wissenschaftler und die Hoffnung ihrer Kinder.“ Dwight D. Eisenhower


Ulrich Fiedler, Arzt,

25364 Brande-Hörnerkirchen


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Die Gedanken sind frei

Ich denk´mir ein Haus aus Reimen und Noten,
wo keinem der Aus- und Eintritt verboten.
Die Türen steh´n offen für alle, die hoffen.
Wer will komm´ herbei, die Gedanken sind frei.

Ich denk´ mir ein Land mit tiefgrünen Wäldern,
mit sauberem Strand und kornschweren Feldern,
wo See, Fluss und Tümpel frei sind von Gerümpel,
von Stickstoff und Blei, wo Gedanken sind frei.

Ein Volk denk´ich mir, das nicht schon erblindet,
beim Geldzählen hier nur Seligkeit findet,
das Mut hat zum streiten, wo auch Minderheiten
sich finden dabei und Gedanken sind frei.

Ich denk´mir die Welt mit Tischen für jeden,
ein freundliches Zelt zum Essen und Reden,
kein Hunger, kein Schweigen, ein fröhlicher Reigen
und Menschlichkeit sei, und Gedanken sind frei.

Ich denk´mir ein Lied aus Güte und Klarheit,
das, wo es geschieht, im Anspruch auf Wahrheit
nicht hart und verbittert die Hirne vergittert,
das ohne Geschrei die Gedanken lässt frei.

 

Ingo Barz *1951 Ribnitz-Damgarten  (geschrieben Anfang der 1980er Jahre)